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In Sydney, der Olympia-Stadt des Jahres 2000, wollte ich 1997 den Marathon laufen und anschließend das Land kennenlernen. Kurz vor der Abreise wurde der Marathon jedoch abgesagt. Doch zum Glück hatte ich die Reise bei Ali Schneider gebucht. Er versprach uns, selbst einen Marathon zu veranstalten. Als Streckenvermesser der AIMS und ehemaliger Organisator des München Marathons war dies für ihn kein Problem. Der Marathon sollte jedoch nicht in Sydney, sondern mitten in Australien, in Alice Springs stattfinden, wo wir auf unserer geplanten Reiseroute zwei Tage Aufenthalt hatten. So konnte das Reiseprogramm beibehalten werden. Am Tag des ausgefallenen Marathons hatten uns die Sydney Striders zu ihrem Lauftreff eingeladen. War die Gruppe davon zunächst begeistert, wurde wenig später nicht mehr darüber gesprochen, denn bei einer Startzeit von 6:00 Uhr in der früh, wollte kaum jemand mitlaufen. Was ist denn das für eine Gruppe? Man darf sich doch diese Gelegenheit nicht entgehen lassen. Ich fragte Ali nach der Adresse des Treffpunktes und nahm mir um 5:30 Uhr zusammen mit meinem Zimmerpartner ein Taxi. Ein weiterer Läufer begleitete uns. Wir wurden an einer Straßenkreuzung abgesetzt und tatsächlich kamen nach einigen Minuten mehrere Läufer zu diesem Treffpunkt. Es gibt eine schnelle und langsame Gruppe, wurden wir aufgeklärt, die langsame läuft zuerst los. Wir schlossen uns dieser Gruppe an und man lief in einem strammen Tempo um 4:45 pro Kilometer. Die Strecke führte auch über die bekannte Harbour-Bridge und vorbei an der berühmten Oper. Diese 28,7 km entschädigten ein wenig für den ausgefallenen Marathon und waren gleichzeitig ein gutes Training.

Über Melbourne und Adelaide ging es tags darauf auf unsere Busreise durchs Outback, vorbei an zahllosen Sehenswürdigkeiten, die, die Natur hier geschaffen hat. Zwischendurch gab es noch ausreichend Zeit für Trainingsläufe, wobei wir uns auch an das nun deutlich wärmere Klima gewöhnen konnten. Doch die Busreise forderte auch Opfer. Einige Teilnehmer hatten sich eine Grippe eingefangen und wurden so leider außer Gefecht gesetzt. Würde Ali Schneider tatsächlich den Marathon veranstalten oder würde er uns eine kürzere Strecke anbieten? Endlich, 17 Tage nach unserer Abreise von zu Hause, standen wir tatsächlich am Start. Tags zuvor hatte Ali Schneider mit Unterstützung des Alice Springs Running and Walking Club auf einem Teil der Strecke des regulären Alice Springs Marathons, der nur wenige Wochen zuvor ausgetragen wurde, einen Halbmarathon und Marathon ausgemessen.



Das Feld der Marathonläufer war klein, nur 13 Teilnehmer, aber wir hatten unseren Marathon auf dem 5. Kontinent. Einige rannten gleich los, wollten wohl auch mal Sieger eines Laufes sein. Ich lief mein Tempo und war selbst überrascht, kurz nach der Halbmarathonmarke die führenden Läufer erreicht zu haben. Ein für mich einmaliges und bis dahin nicht gekanntes Erlebnis. Am Ende war ich sogar in der Lage, noch zulegen zu können. Es wird wohl mein einziger, aber unvergesslicher, Gesamtsieg bleiben.   
Unter der Überschrift „Germans run their own marathon here in Alice“ wurde dieser außergewöhnliche Wettkampf von der lokalen Presse vermeldet und der Zeitungsreporter stellte mir anschließend ein paar Fragen. Später lese ich dann: „It was race winner Michael Weber’s first marathon in Australia and he has now run 64 marathons on every continent except Antarctica“. Ich weiß heute nicht mehr, ob mir damals schon bekannt war, dass ein gewisser Thom Gilligan zwei Jahre zuvor den ersten Antarktis Marathon veranstaltet hatte und ich weiss auch nicht, ob dies der Zeitungsreporter wusste oder nur mit diesem Ziel scherzte.


Nach ein paar herrlichen Sommertagen in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires bei Temperaturen um 30°C erreichten wir nach einem Vier-Stunden-Flug Ushuaia auf Feuerland, die südlichste Stadt der Welt. Hier bot sich die letzte Möglichkeit, mit den daheim gebliebenen Kontakt aufzunehmen, denn für die folgenden 11 Tage war der russische Eisbrecher Lyubov Orlova unser Zuhause. Am Abend legte die Orlova ab. Die Fahrt ging durch den Beagle Kanal, vorbei an Kap Hoorn und dann durch die rauheste Meeresgegend der Welt, die Drake Passage. Durch Vorträge wurden wir unterwegs gut auf die Antarktis sowie auf ihre vergleichsweise - und gegenüber Berührungen jeder Art empfindliche -  Flora und Fauna vorbereitet. Ebenso auf den Marathon auf King George Island: Die Strecke selbst führt größtenteils durch Matsch und Schlamm und bietet außer einem Abschnitt über einen Gletscher kaum reizvolles, war mein Eindruck als Thom Gilligan, der Organisator dieser Veranstaltung, Bilder von früheren Läufen zeigte. Aber es ist der einzige Ort, an dem in der Antarktis bei einem Landgang ein Marathon genehmigt wurde. Die Teilnahme an diesem außergewöhnlichen Ort brachte hier auf dem Schiff 140 Läufer und Läuferinnen aus allen fünf bekannten Kontinenten zusammen. Sie alle wollten den Marathon auf dem 7. Kontinent bewältigen, denn die Amerikaner betrachten Südamerika als eigenen 6. Kontinent.

In der Antarktis angekommen, konnten wir auf mehreren Exkursionen mit Schlauchbooten an verschiedenen Punkten anlanden und inmitten riesiger Pinguinkolonien die Einzigartigkeit dieses Kontinents erleben.
Am 5. Februar dann der große Tag! Alle waren auf den Marathon vorbereitet, aber der Sicherheitsbeauftragte Shane ließ uns Läufer nicht ausbooten, der Wellengang war zu hoch. Als dann am nächsten Tag starker Wind und Schneefall ein Übersetzten und somit den Marathon vereitelte, setzte das Schiff gegen 12:30 Uhr seine Fahrt fort.



Der Marathon war aber deshalb nicht ausgefallen, vielmehr musste er jetzt eben hier auf der Lyubov Orlova stattfinden. Schon wenige Stunden später klarte der Himmel auf und die See wurde ruhiger. Inzwischen waren auf Deck 5 und Deck 6 Strecken vermessen worden und so konnte das Unternehmen Marathonlauf auf dem Schiff in Angriff genommen werden. Unmöglich, 140 Läufer gleichzeitig laufen zu lassen. So wurden Gruppen gebildet und je zwei Läufe parallel auf den beiden Decks nacheinander gestartet. Ich ließ mich für den nächsten Morgen um 5:30 Uhr einteilen und wir erlebten eine traumhafte Naturkulisse wie aus dem Bilderbuch. Die Sonne war gerade aufgegangen, die See völlig ruhig, rechts und links riesige Gletscher, Eisberge trieben im Meer und dazu ein fast wolkenloser Himmel. Noch während wir unseren Marathon liefen, setzte die Lyubov Orlova vor Neko Harbor auf 64° Süd die Anker.

Nach meinen 422 kurzweiligen Runden und kurzer Dusche startete ich bereits wieder zu einer weiteren Exkursion mit den Schlauchbooten. Mit dabei war auch Patricia Rodriguez, die Schiffs-Ornithologin. Als mehrere Mink Wale gesichtet wurden, sagte sie leise zu sich selbst: „Danke Antarktis für diesen kleinen Moment in meinem Leben“. Hätte sie über ihre Schultern geblickt, würde sie in der Ferne die Läufer gesehen haben, die an Deck des Schiffes gerade ihre Runden drehten. Sicherlich haben auch sie ihren Dank ausgesprochen.

www.marathontour.com/antarctica/



Etwa so groß wie die alte Bundesrepublik liegt die Westsahara zwischen Marokko, Mauretanien und Algerien an der westafrikanischen Küste. Das Land der Sahrauis bietet mehr als Dürre und Sand. Fischreiche Gewässer vor der Küste, Öl, Eisen- und Kupfererze, das zweitgrößte Phosphatvorkommen der Erde. Weitere Rohstoffvorkommen werden vermutet. Unmittelbar nach dem Rückzug der spanischen Kolonialherren 1975 wurde die Westsahara von Marokko besetzt. Die Eroberer vertrieben die dort lebenden Menschen in die Wüste. Unter dem Schutz ihrer im Widerstand gegen Spanien entstandenen Befreiungsbewegung Frente Popular de Liberacion de Saguia el Hamra y Rio de Oro (POLISARIO) sammelten sich die Flüchtlinge in eilends errichteten Lagern. In den ersten Wochen des Jahres 1976 warf die marokkanische Luftwaffe Phosphor- und Napalbomben über den Flüchtlingslagern ab, die 25.000 Menschen den Tod brachten.

Um den Überlebenden des Bombenterrors eine Zuflucht zu bieten, stellte Algerien den Flüchtlingen vorübergehend das Gebiet in der Nähe der Wüstenstadt Tindouf zur Verfügung. Die POLISARIO proklamierte am 27. Februar 1976 die Demokratische Arabische Republik Westsahara. Seit über einem viertel Jahrhundert leben die Sahrauis nun schon im Exil der südwestalgerischen Stein- und Geröllwüste. Das sind 155.000 Menschen von der Weltöffentlichkeit vergessen, im Kalkül der Mächtigen ohne jede Bedeutung. Trotzdem organisiert ihre "Republik im Exil" seither das Überleben: Inmitten der Wüste entstanden Ministerien, Schulen, Krankenhäuser und Zeltstädte. Trotzdem bleiben die Menschen unter den unwirtlichen Bedingungen ihres Wüstenexils von internationaler Hilfe abhängig. (Quelle: medico international). 

Um weltweit auf diese Menschen aufmerksam zu machen, organisierte der Amerikaner J.E.B. Carney 2001 den ersten Sahara-Marathon. Wegen der Anschläge vom 11. September 2001 bat Carney die Bad Berleburger Dr. Holger und Ulrike Finkernagel, die Organisation der 2. Auflage zu übernehmen. Über mehrere Rundbriefe waren alle Teilnehmer vor der Reise ausführlich informiert worden. Auch Fernsehteams von ARD und ORF begleiteten die Läufer auf dieser höchst ungewöhnlichen Reise. Per Charterflug ging es für die ca. 140 Teilnehmer starke deutsch /österreichische Gruppe am 23. Februar von Frankfurt direkt nach Tindouf und von dort aus noch mit Bussen in das gut eine Stunde entfernte Flüchtlingslager Smara. Zusammen mit weiteren Gruppen aus Spanien, Portugal und Italien, einigen Läufern anderer Nationen sowie auch Sahrauis ergab sich eine Gesamtteilnehmerzahl von etwa 500 Teilnehmern für die Distanzen 5 km, 10 km, Halbmarathon und Marathon.

Untergebracht wurden wir Teilnehmer bei ausgesuchten Familien im Flüchtlingslager. Jede Familie nahm ca. 5 Teilnehmer auf. Große Zelte waren für eine knappe Woche unser Zuhause. Eine gewaltige Umstellung gegenüber unseren gewohnten Verhältnissen. Keine Dusche, kein Bad und primitive Toiletten. Keine Möglichkeit sich mal zurückzuziehen, denn die Gastfamilie war - bis auf die Nacht - immer dabei im Zelt. Aber gerade diese Verhältnisse machen solch eine Reise interessant. Gut angepasst an die orientalische Mentalität, so unter dem Motto: vergesst mal eure Uhren, organisierten die Finkernagels den täglichen Ablauf. Dass das ein oder andere mal nicht so klappt, wie vorgesehen, war nicht das Problem, vielmehr war es die vollkommen fehlende Informationsstrategie. Das ging schon am ersten Abend los, als es zunächst hieß, wir würden das Abendessen bei der Gastfamilie bekommen. Tatsächlich fand dieses aber, wie auch an den weiteren Tagen, im sogenannten Clubhaus als Massenverköstigung statt. Ärgerlich war vor allem, dass das, was allgemein verkündet wurde, einige Minuten später bereits Makulatur war. Es ist schon ärgerlich, wenn am Vorabend um 22:00 Uhr gesagt wird, seid bitte morgen um 8:45 pünktlich hier, weil wir dann zu einem Ausflug starten und wir dann pünktlich da sind und mehr zufällig erfahren, dass dieser Termin um 23:00 Uhr gekippt wurde. Ärgerlich auch, dass man die Läufer am Abend des Marathontages stundenlang vor der verschlossenen Tür des Clubhauses auf das Abendessen warten lässt.
Dies waren keine Einzelfälle, sondern die Regel. Ein ständig aktualisierter Aushang, wäre sicherlich hilfreich gewesen, unterblieb aber trotz mehrfacher Anregung.

Leider litt auch der Marathon unter den Organisationsmängeln. Alle 2,5 km sollte es Verpflegungssstellen geben, bis Halbmarathon nur Wasser, ab dann zusätzlich Power Drinks, hatte man uns noch am Vorabend mitgeteilt. Doch dann gab's an jeder zweiten Verpflegungsstelle nichts mehr, ab und zu auch zweimal nacheinander. Das so entstandene Defizit konnte ab der 30 km Marke, ab hier gab es ausreichend Wasser, leider nicht mehr kompensiert werden. Immerhin hat man noch während des Marathons Wasser beschafft, sonst wäre der Lauf vermutlich abgebrochen worden. Trotzdem sehr ärgerlich und auch auf Kosten der Gesundheit der Läufer. Ob die einheimischen Helfer das wertvolle Wasser beiseite geschafft hatten, oder es schon vorher in großen Mengen weggekommen war, blieb unklar. Fast hätten wir der Meinung von Ulrike Finkernagel, dass man uns deshalb kein Wasser mehr gegeben habe, weil wir zu sorglos damit umgegangen wären, sprich es uns über den Kopf gegossen und halbvolle Flaschen weggeworfen hätten, geglaubt, hätten wir nicht zwei Tage später beim Besuch des algerischen Präsidenten Bouteflika miterlebt, dass tonnenweise Wasser auf den Platz gegossen wurde, nur, dass es nicht so staubt.
Auch was den Grundgedanken dieser Reise anbetrifft, nämlich in erster Linie, auf das Elend in den Flüchtlingslagern aufmerksam zu machen und selbst einen Beitrag zur Hilfe zu leisten, in dem die Startgebühr in Höhe von USD 50,-- ausschließlich als Spende für die Kinder in der Wüste verwendet wird, muss man sich darüber wundern, dass die Flüchtlingsfamilien darüber entweder überhaupt nicht, oder nur unzureichend informiert worden waren. Auch hat man die Gelegenheit versäumt, die Kinder in den Schulen auf unseren Besuch und die damit verbundenen Hilfeleistungen vorzubereiten. So geschah es dann leider, dass die Familien zum Teil das für uns vorgesehene Essen selbst behalten haben und einige Teilnehmer gar in den Zelten bestohlen wurden.

Diese Schilderungen klingen nicht gerade als Werbung für diese Veranstaltung. Man darf ein solches Abenteuer aber auch nicht mit einer Laufreise verwechseln, die Urlaub und Marathon verbindet. Sehr passend fand ich die Worte eines österreichischen Teilnehmers in einem Interview des ORF: „wenn man bedenkt, dass die Menschen hier seit 27 Jahren leben, im Sommer hat es über 50°C, es gibt nichts zum arbeiten und wir kommen hierher, werden verwöhnt von vorne bis hinten, haben ein super Abenteuer und fahren wieder nach Hause in unseren Luxus, dann darf man sich nicht aufregen“.

In der Tat, insgesamt war es eine sehr erlebnisreiche Reise, die durch mehrere Ausflüge - ohne zusätzliche Kosten - recht abwechslungsreich und kurzweilig verlaufen ist. Unter deutschsprachiger Leitung besuchten wir ein Museum, eine Frauenschule - hier wurden Teppiche geknüpft -, ein Krankenhaus, eine große Gartenanlage inmitten der Wüste in der auch das Gemüse für die hier lebenden Flüchtlinge angebaut wird. Leider werden hier aber auch tausende von Hühnern in Legebatterien zur Eierproduktion gehalten. Gegen Ende der Reise häuften sich leider die Ausfälle. Die mangelhaften hygienischen Bedingungen, die einseitige Ernährung, die Hitze und nicht zuletzt der Kräfteverschleiß beim Marathon führten bei Vielen zu Durchfall und Kreislaufbeschwerden. Auch ich habe mir am letzten Tag noch Durchfall eingefangen, der aber zum Glück schnell wieder vorüber war.

www.saharamarathon.org



Der Reggae-Marathon in Negril feierte 2001 seine Premiere und ist der einzige Marathon auf Jamaica. Der Marathon in Kingston existiert nicht mehr. Nach Negril gelangt man am einfachsten über einen Shuttlebus vom rund 80 km entfernten Flughafen in Montego Bay.

Wo ist die Stadt? Ein kleines Zentrum mit einem Supermarkt und anderen Geschäften liegt rund um den Kreisverkehr. Entlang der West End Road liegen die Klippen und bekannte Bars wie Rick's Cafe. Auf der anderen Seite beginnt ein 11 km langer Sandstrand, dessen südlicher Teil der lebhaftere ist. Entlang der Straße findet man hier zahlreiche Fahrrad-, Motorrad- und Motorroller Verleihs, wobei diese Geräte oft in schlechtem Zustand sind. Wir hatten jedenfalls mehr mit unseren geliehenen Fahrrädern zu kämpfen, als die Fahrt zu genießen.

Entlang des Strandes werden neben Bars und Souvenirständen zahlreiche Aktivitäten wie Jetski oder Parasailing angeboten. Etwas lästig, denn die Händler sprechen einen unentwegt an und grüßen mit einem Handschlag und einem „Jeh Mon“, was soviel heißt wie „alles klar“. Dennoch sind sie meist freundlich. Im nördlichen Strandteil befinden sich die großen Hotelanlagen. Hier hat man durch Ordnungskräfte Ruhe vor den Händlern, zudem sind dort die sportlichen Aktivitäten „all inclusive“. Für den kleinen Geldbeutel ist das Foote Prints, in dem wir untergebracht waren, empfehlenswert. Es ist das letzte Hotel vor den großen Anlagen, direkt neben dem Swept Away, in dessen Sportpark die Startnummernausgabe und Pasta Party stattfinden. Zweifellos ist diese Pasta Party der Höhepunkt dieser Laufveranstaltung. Hier treten die Köche der großen Hotelanlagen gegeneinander an und kochen zum Teil vor Ort eine Pasta nach eigenen Wünschen. Sehenswert auch die liebevoll gestaltete Dekoration der einzelnen Stände. Man kann sich reichlich und äußerst schmackhaft satt essen. Zu trinken gibt es lecker schmeckende Fruchtsäfte.

Wenig spektakulär war hingegen der Marathon selbst. Start und Ziel ist am Long Bay Beach Park, eigentlich nur einer großen Wiese, neben der Hotelanlage Beaches, gleich neben dem Swept Away. Gelaufen wird ausschließlich auf einer breiten Straße, dem Norman Manley Boulevard, der parallel zum Strand verläuft und der bis auf die Hotel Shuttlebusse während des Laufs für den Verkehr gesperrt ist. Die ersten Meter verlaufen sehr stimmungsvoll durch ein Spalier von Fackelträgern und schon nach wenigen Augenblicken verbreitet eine Steelband echtes Reggae-Feeling. Doch schnell wird es ruhig. Es ist noch dunkel (Start 5:15 Uhr) und die Läufer suchen ihren Rhythmus. In der Beilage zu den Startunterlagen war von einer Musikstation pro Meile zu lesen, doch zunächst blieb es still. Nach 3 Meilen (jede Meile ist ausgeschildert, km-Schilder gibt es nicht) wenden wir beim Kreisverkehr und laufen zurück und über den Start hinaus in die Gegenrichtung. Außerhalb Negrils, nach Ende der Hotelanlagen, gibt es wieder Musik. Leider aber nur aus großen Lautsprechern auf den Dächern am Straßenrand abgestellter Autos. Stimmung kommt hier nur selten auf, zumal die Strecke, bis auf wenige Stellen mit freiem Blick auf’s Meer, wenig reizvoll ist. Dafür stimmt aber die Verpflegung mit einer Station pro Meile, wo Wasser und Gatorade in verschweißten Plastiktüten gereicht wird. Dazu gibt es Bananen und GU, ein Energie-Gel. Kurz nach Meile 9 drehen die Halbmarathonläufer um, wir Marathonis laufen bis Meile 16 zu unserer Wende. Ab hier macht einem die Sonne zu schaffen. Viele Teilnehmer gegen, ähnlich wie in Honolulu. Das Limit von 8 Stunden lockt auch viele Einsteiger. Ich treffe sogar auf dem Rückweg auf  Halbmarathonläufer, die noch auf ihrem Hinweg sind, also länger für den Halbmarathon brauchen, als ich mit meinen bescheidenen 4:23 für den Marathon. Die Verpflegung im Ziel mit Wasser und Bananen ist knapp bemessen, angesichts der USD 95 Startgebühr, ebenso die kleine Medaille.

Sieger des Marathons in 2:23:50 wurde, wie im Vorjahr, der  29 jährige Pamenos Ballentyne aus dem kleinen Inselstaat St. Vincent und Grenadine, der wenige Tage zuvor auf Barbados schon den Halbmarathon gewonnen hatte. Ballentyne wurde von einer Lokalzeitung euphorisch als „Carribean distance running king“ bezeichnet. Eine Weitere Woche zuvor hatte er auf Martinique einen Halbmarathon in persönlicher Bestzeit von 1:05:34 gewonnen. Überschattet wurde die Veranstaltung leider vom Tod eines Läufers aus Boston, der nach einer Laufzeit von 7 Stunden im Ziel zusammenbrach.

www.reggaemarathon.com



Bei meiner Planung für einen reizvollen Marathonlauf Anfang 2005 fand ich im Internet mit dem Kathmandu Marathon in der Hauptstadt Nepals eine interessant klingende Marathonveranstaltung Mitte Februar. Über die Homepage des Marathons war eine Online-Anmeldung möglich. Allerdings rebellieren in Nepal seit 1996 Maoisten gegen die Einführung der Demokratie. Sie haben vor allem auf dem Land Rückhalt und streben nach dem Vorbild von Mao Tse-tung ein kommunistisches Regime an. Gemäß den Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amtes ist in Nepal durch die  Aufstände der Maoisten jederzeit mit Straßenblockaden und Generalstreiks zu rechnen, die jedoch in Kathmandu kaum spürbar sind. So buchte ich Ende Oktober über ein Reisebüro eine Unterkunft und über das Internet einen günstigen Flug. Die anschließende Marathon-Anmeldung über das Internet blieb jedoch zunächst unbeantwortet, d.h. die sonst übliche Anmeldebestätigung blieb aus. Einige Tage später nahm ich deshalb Kontakt mit dem Veranstalter auf. Doch meine e-mail konnte nicht zugestellt werden, die Mailbox des Veranstalters war voll. War etwa die geplante Marathonpremiere bereits im Vorfeld abgesagt worden, war niemand mehr erreichbar? Ich war schon etwas irritiert, hatte ich doch Hotel und Flug bereits gebucht. Schließlich kam ich auf die Idee, mich an das Tourismus Büro in Nepal zu wenden, von wo aus meine Anfrage freundlicher Weise per Fax an die Marathonorganisation weitergeleitet wurde. Tatsächlich erhielt ich am darauffolgenden Tag eine Antwort von Yvonne Gray, der Koordinatorin dieser Veranstaltung:        
„Alles sei in Ordnung, der Marathon finde, wie geplant, statt und meine Anmeldung wäre eingegangen“. Kurz darauf konnten dann e-mails zugestellt werden und in den nächsten Wochen gab es durch meine verschiedenen Anfragen sehr engen Kontakt mit den sehr freundlichen Organisatorinnen Yvonne Gray und Fylvia Kline. Diese gaben sich unheimlich Mühe und machten knapp sechs Wochen vor dem Marathon ein sehr günstiges Übernachtungsangebot für das Yak & Yeti Hotel, das ich bereits beim Reisebüro gebucht hatte. Trotz Stornogebühren beim Reisebüro konnte ich dennoch kräftig sparen. „Ich zahle für Sie das Hotel und Sie geben mir dann den Betrag (50 USD/Nacht für das Doppelzimmer), wenn Sie mich in Kathmandu treffen“ antwortete Fylvia Kline auf meine Anfrage bezüglich der Bezahlung. So nahm ich das Angebot an. Alles war soweit klar, doch dann der Schock. Am 1. Februar löste der nepalesische König Gyanendra die Regierung auf und ließ den Ausnahmezustand verkünden. Der Flugverkehr von und nach Nepal wurde vorübergehend eingestellt. Die Kommunikationslinien in und nach Nepal wurden unterbrochen. „Im Lande ist es ruhig, gleichwohl wird empfohlen, bis auf weiteres von nicht notwendigen Reisen nach Nepal abzusehen“ war in den Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amtes zu lesen. Laut Zeitungsberichten feuerte der König damit bereits zum vierten Mal in drei Jahren eine Regierung. Als der König die Regierung 2002 das erste Mal absetzte, erschütterten tagelange Unruhen die Hauptstadt.

Konnte der Marathon unter diesen Umständen überhaupt stattfinden? Sofort schickte ich eine e-mail-Anfrage an den Veranstalter, die wegen der unterbrochenen Telefonleitungen unbeantwortet blieb. Ich hatte die Reise schon abgeschrieben, als ich am 8. Februar, wenige Tage vor Beginn der Reise, eine e-mail von Fylvia Kline erhielt. „Es sei ruhig in Kathmandu und der Marathon findet wie geplant statt.“ Die vom König verhängte totale Kommunikationssprerre war wieder weitgehend gelockert worden, Telefonnetz und Internetzugang arbeiteten wieder normal. Nach kurzer Rücksprache mit meinem Laufkameraden Helmut Hummel entschieden wir uns nach Kathmandu zu fliegen. Wir haben es nicht bereut.

Nach unserer planmäßigen Landung wurden wir vom Hotel am Flughafen abgeholt. Das Zimmer war tatsächlich bereits für uns reserviert und bezahlt worden, inklusive reichhaltigem Frühstücksbuffet. Nur die Startunterlagen waren nicht, wie vereinbart, an der Rezeption hinterlegt worden. Das 5 Sterne Hotel hatte jedoch ein Business Center, so dass ich per kurzem e-mail an Fylvia Kline bezüglich den Startunterlagen anfragen konnte. Als wir am darauffolgenden Nachmittag von unserem ersten Rundgang durch Kathmandu ins Hotel zurückgekehrt waren, fanden wir diese prompt in unserem Zimmer vor, ein ausgezeichneter Service. Kathmandu zeigte sich an diesen Tagen von seiner besten Seite. Herrliches Wetter mit Temperaturen um 20°C und man konnte problemlos alle Sehenswürdigkeiten auf dem Fußweg erreichen. Zwar war überall bewaffnetes Militär gegenwärtig, wir fühlten uns aber jederzeit sicher.

Kathmandu begeistert z.B. durch den Durbar Square, dem großen Palastplatz, durch die Swayambhu Stupa, auf einem Hügel gelegen und durch die vielen Gassen mit ihren zahlreichen Geschäften. Lästig nur immer die Händler, die einem unentwegt Souvenirs verkaufen wollen, auch wenn sie stets freundlich sind. Am Vorabend des Marathons wurde für 10 USD im Crowne Plaza Hotel eine erstklassige Pasta Party geboten, mit Schwarzwälder Kirschtorte als Nachspeise.

Der Marathon startete am 18. Februar bereits um 6:00 Uhr früh am Durbar Square. Es war noch angenehm kühl und vor allem waren die Straßen noch leer. So konnte man auf den ersten Kilometern durch Kathmandu seinen Rhythmus finden. Doch plötzlich fuhr mir der Schreck durch Mark und Bein. Ohrenbetäubende Kanonenschläge und Maschinengewehrfeuer in unmittelbarer Nähe. War das eine Auswirkung der Vorgänge vom 1. Februar und waren wir nun mitten in die Auseinandersetzungen geraten?  Das Feld der Marathonläufer zumindest lief unbeirrt weiter und entweder war dies eine Inszenierung für uns Marathonläufer oder sie galt der Königin, die am selben Tage ihren Geburtstag feierte. Schnell hatte sich das Feld auseinandergezogen und nach gut 10 km ging es dann in einem Bogen und einem ersten leichten Anstieg aus Kathmandu hinaus in Richtung Bhaktapur. Streckenposten gab es reichlich, alle sehr gut erkennbar an ihrem Trainingsanzug, den der Hauptsponsor Toyota zur Verfügung gestellt hatte.

Der Verkehr nahm nun stark zu und die Abgase machten mir zu schaffen. Wir liefen jetzt gegen die Sonne und durch die Dunstglocke, die über der Strecke hing, liefen wir durch ein ganz eigenartiges Licht, was aber auch faszinierte. Je näher wir Bhaktapur kamen, um so weniger wurde der Verkehr. In Bhaktapur selbst dürfen keine Autos fahren. So war der Abschnitt zwischen km 15 und 25 sehr gut zu laufen und vor allem Bhaktapur, hier ist alles aus Backsteinen, auch die Straßen, war ein Highlight auf diesem welligen Kurs in einer Höhe von ca. 1300 Metern. Mittlerweile hatte sich die Dunstglocke über der Strecke aufgelöst und so bekam ich besser Luft. Allerdings nahm jetzt der Verkehr wieder zu. Die Streckenposten kontrollierten zwar die Kreuzungen, die Strecke selbst war aber nicht verkehrsfrei.  „Running for a Healthier Nepal“ war das Motto dieses Marathons, der vom Scheer Memorial Hospital in Banepa, etwa 60 km entfernt von Kathmandu gelegen, veranstaltet wurde. Durch seine Startgebühren ermöglichte jeder Teilnehmer 222 Arztbesuche für die einheimische Bevölkerung. Für mich war der Lauf aber inzwischen zum „Running to survive“ geworden. In unseren Breiten kaum vorstellbar, mitten durch den Großstadtverkehr zu laufen. Hier taten wir es und hatten Spaß daran. Die Autofahrer sind Menschen auf den Straßen gewohnt, gibt es doch kaum Gehwege. Jenseits der 30 km Marke erreichen wir Patan, neben Kathmandu und Bhaktapur die dritte der alten Königsstädte. Hier liefen wir durch die engen Gassen mit den zahlreichen Läden. Dann kamen wir wieder nach Kathmandu zurück, wo man sich gegen Ende durch den stehenden Verkehr schlängeln musste. Zu Ehren des Geburtstages der Königin wurde auf einem großen Platz eine Parade gefeiert, gleich daneben das Sportstadion, wo der Zieleinlauf war. Im Ziel gab es eine schöne Medaille und reichlich Verpflegung für die Marathonläufer.

Sieger im Marathon wurde der einheimische Arjun Prasad Dhakal in 2:36:49. Bei den Frauen gewann die Südafrikanerin Regina Scheuer in 3:43:48. Laut Angaben des Veranstalters nahmen insgesamt rund 830 Teilnehmer auf den unterschiedlichen Distanzen (Marathon, Halbmarathon, 10 und 5 km) teil, wobei der Großteil die 5 km Strecke absolvierte. Für den Marathon waren 80, für den Halbmarathon 50 Teilnehmer gemeldet. Aufgrund der Ereignisse vom 1. Februar dürften allerdings weniger Teilnehmer am Start gewesen sein. Die Verpflegung an der Strecke mit Wasser und ab und zu Bananen war ausreichend. Zu verbessern sind aber die Kilometermarkierungen entlang der Strecke. Ich habe diese nur bei km 15, 20 und 25 gesehen. Größtes Manko aber war, dass nur die ersten 11 Zieleinläufer der Seniorenklasse beim Marathon erfasst wurden, für den Rest konnte weder eine Zeit noch eine Platzierung ermittelt werden. Dennoch eine gelungene Premiere, die hoffentlich im kommenden Jahr ihre Fortsetzung findet.

www.kathmandumarathon.org



Rapa-Nui, zu deutsch ‘großes Land’, nennen die Einheimischen die Osterinsel, die durch ihren kulturellen Reichtum mit über 20.000 archäologischen Spuren 1955 zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Weltbekannt sind vor allem die über die ganze Insel verteilten riesigen Steinskulpturen. Der bereits zum 4. mal ausgetragene Rapa-Nui Marathon bot die Gelegenheit, neben der sportlichen Herausforderung, diese geheimnisvolle Insel kennen zu lernen.
Osterinsel – wo ist das? Chile liegt 3.700 km östlich und Tahiti 4.050 km westlich. Durch  
unterseeische Vulkanausbrüche wuchsen drei Vulkaninseln mit ihrem Magma zu einem fast gleichschenkligen Dreieck von 180 Quadratkilometern zusammen. Zu ihrem Namen kam die Insel durch den holländischen Admiral Jacob Roggeveen, der am Ostersonntag des Jahres 1722 die kleine Insel im Südpazifik entdeckte. Nur knapp 3.000 Einwohner leben hier, vor allem in der einzigen Stadt, Hanga Roa, deren Flughafen von Lan Chile mehrmals wöchentlich angeflogen wird. Im gleichnamigen Hotel befindet sich das Hauptquartier des Marathons und in der herrlich am Meer gelegenen Gartenanlage ist auch Start und Ziel der Laufwettbewerbe. Die Organisatoren fliegen selbst aus Santiago ein und verteilen die notwendige Ausrüstung auf mehrere Flüge. So kam es, dass die Verpflegungsstände nicht rechtzeitig eingetroffen waren, weshalb der Marathonlauf kurzerhand um einen Tag verschoben wurde. Hatte ich mich darüber zunächst geärgert, wurden wir Läufer dafür mit fast idealen Wetterbedingungen am Marathontag belohnt. An den Tagen zuvor war es zwar etwas wechselhaft, es überwog jedoch sonniges und warmes Wetter.

Am Lauftag sah es zunächst so aus, als würden sich die Wolken, wie an den Tagen davor, verziehen, doch etwa eine Stunde nach dem Start setzte Nieselregen ein, der phasenweise stärker wurde und den ganzen Tag andauerte. So kam es nicht zum erwarteten Hitzelauf auf der ansonsten nicht einfachen Strecke, die wellig von Meereshöhe auf etwa 215 Meter ansteigt, bevor es zum Wendepunkt am Strand bei Anakena wieder bis fast auf Meereshöhe abfällt. Hier, rund 20 km entfernt von Hanga Roa, befindet sich der einzige nennenswerte Sandstrand dieser Insel, die ansonsten von Vulkanfelsgestein umgeben ist. Auf der Strecke sieht man nur von hier aus einige der Moai, wie die riesigen Kopfstatuen genannt werden, die sich ansonsten über die gesamte Insel verteilen. Sie entstanden etwa um die Zeit von 1100 bis 1680 und wurden aus Vulkangestein geschaffen. Die Statuen wurden in Steinbrüchen aus dem Fels herausgearbeitet und dann an die verschiedenen Stellen geschleppt. Fast ein Drittel der über 600 Statuen liegen noch halb fertig im Steinbruch. Das Feld der Marathonläufer war mit 27 Teilnehmern geringer als in den Vorjahren, so dass man große Teile der Strecke allein läuft. Sieger wurde Erwin Valdebenito aus Chile in 2:59:09. Neben dem Marathon wird auch ein Halbmarathon und 10 km Lauf, sowie ein 5 km Schülerlauf angeboten. Ein Triathlon und Mountainbike-Rennen runden das Veranstaltungs-wochenende ab. Abgesehen von der Verschiebung der Laufwettbewerbe, ist die Veranstaltung ansonsten sehr gut organisiert, im Ziel ist sogar eine Uhr aufgestellt. Die km-Angaben in 5-er Schritten befanden sich jeweils an den Verpflegungsständen, was auf dem Rückweg bei den selben Verpflegungsständen trotz einer Extraschleife nach dem Start durch Hanga Roa vermutlich nicht ganz genau war. Die Reise dorthin hat sich aber in jedem Fall gelohnt. 

www.olimpo.cl


Unserer Kälte entfliehen, mal Sonne tanken. Mit dem Kapstadt Marathon bot sich diese Möglichkeit an, denn dort ist jetzt Sommer mit Temperaturen bis über 30°C. Nach einem ersten Tag zum Relaxen mit dem Besuch des botanischen Gartens in Kirstenbosch, musste es früh morgens des nächsten Tages ein erster Trainingslauf sein, endlich wieder im luftigen Sommerdress, um sich an das Klima und den frühen Marathonstart zu gewöhnen. Doch welch grausamer kalter Wind auf der Trainingsstrecke an der Talstation der Seilbahn zum Tafelberg. Gerade mal 14° C hatte es hier gegen 6:30 Uhr und es war hart, eine Stunde gegen den Wind anzukämpfen. Tags darauf wählten wir eine Trainingsstrecke entlang der Uferpromenade. Diesmal war es windstill und man traf unterwegs viele Läufer, die hier früh morgens ideale Trainingsbedingungen vorfanden. Kapstadt fasziniert nicht nur durch die tolle Lage am Fuße des Tafelbergs. Bei einem Stadtrundgang haben wir das Castle of Good Hope besucht. Durch den ca. 5,5 ha großen botanischen Company’s Garden gelangt man zum South African Museum und zur South African National Gallery. Am Fuß des Signal Hill liegt Bo Kaap, das Malaien-Viertel. In den bunt gestrichenen Häusern wohnen noch heute vor allem Malaien, Nachfahren von Sklaven, die im 17. Jahrhundert aus Ostindien ans Kap gebracht wurden. Beeindruckend die Victoria und Alfred Waterfront im Hafenviertel mit eleganten Hotelanlagen, zahlreichen Restaurants, dem Seefahrtsmuseum und Two Oceans Aquarium. Hier liegen auch die riesigen Kreuzfahrtschiffe vor Anker. Kapstadt ist auch der ideale Ausgangspunkt für eine Fahrt durch die Weinbaugebiete, wie z.B. Franschhoek oder Stellenbosch oder zum Cape of Good Hope, in dessen Richtung auch der Peninsula Marathon verläuft.

Wir hatten unseren Radiowecker im Guesthouse, im traumhaft gelegenen Stadtteil Oranjezicht gelegen, gestellt und zur Sicherheit auch die Weckfunktion unserer Handys aktiviert. Letzteres hat uns vor dem verschlafen gerettet, denn kurz vor 3 Uhr war in Kapstadt für kurze Zeit der Strom ausgefallen. Als wir kurz vor 4:30 Uhr Green Point, den Start des Marathons erreichen, fällt in ganz Kapstadt erneut der Strom aus. Eine gespenstische Atmosphäre, als nach und nach die Teilnehmer aus dem Dunkel auftauchen und sich hier zum Start versammeln. Mit einem Kompressor gelingt es, wenigstens ein wenig Licht zu machen und die Lautsprecher zu versorgen, aus denen dann plötzlich zu hören ist, dass sich der Start von 5:15 Uhr auf  5:45 Uhr verschiebt, sollte die Straßenbeleuchtung nicht wieder brennen. Man ist aber so flexibel, dass man innerhalb von fünf Minuten starten möchte, sollten die Lampen wieder brennen.  Doch das Licht bleibt aus. Nebelschwaden ziehen plötzlich auf und dann geht wie aus heiterem Himmel ein Platzregen runter. Die Läufer, die sich schon an der Startlinie aufgestellt hatten, suchten in alle Richtungen laufend einen Schutz vor dem Regen, der dann genau so schnell wieder vorbei war, wie er begonnen hatte. Dann ging es um 5:45 Uhr los. Die ersten Kilometer wie in einer Waschküche durch das dunkle Kapstadt, später entlang des Atlantiks auf faszinierender Strecke durch Muizenberg und Fish Hoek zum Ziel nach Simon’s Town, wo man sich bei inzwischen sonnigem Wetter auf dem Rasen des Naval Sports Grounds erholen konnte. Kurz hinter Simon’s Town findet man übrigens in Boulders einen kleinen Strand, den sich Menschen und Pinguine teilen.


„Die alte Fokker rumpelt auf die Startbahn des Flughafens von Mexiko-Stadt. Zwei Dutzend Leute sitzen in der Maschine nach Oaxaca: In diesen Tagen fliegen nur wenige diese Strecke – Touristen sind nicht unter den Fluggästen. Denn Oaxaca lebt im Ausnahmezustand.“ So beginnt ein Artikel in „DIE WELT“ vom 20.11.2006. Auch die Heute Nachrichten im ZDF widmeten sich am 26.11. diesem Thema. Es ist der Tag vor unserer Reise nach Mexiko. Der Flug nach Oaxaca mit anschließender Übernachtung war Inhalt unseres Reiseplans und so brachen wir auf zu einer Reise mit ungewissem Verlauf.
Was vor etwa einem halben Jahr als Lehrerstreik begann, hat sich hier, im zweitärmsten Staat Mexikos, in eine politische Bewegung verwandelt. Die Asamblea Popular de los Pueblos de Oaxaca, kurz APPO genannt, strebt soziale und wirtschaftliche Veränderungen an und fordert den Rücktritt des Gouverneurs Ulises Ruiz, der die Lehrer gegen sich aufbrachte, als er ihren jährlichen Protest gewaltsam aufzulösen versuchte.
Nach der langen Anreise der Reisezeit Gruppe begrüßte uns die örtliche Reiseleiterin Heike in gewohnter Sprache. Sie stammt aus Baden Württemberg und hatte während ihres Kunststudiums einen Mexiko-Aufenthalt absolviert, bei dem sie sich in einen Mexikaner verliebte, eine Familie gründete und seither in Mexiko geblieben ist. Am folgenden Tag erfuhren wir bei einer Stadtrundfahrt einiges über Mexiko-City und der Besuch des Anthropologischen Nationalmuseums stimmte uns ein auf die Kultur der Tolteken, Azteken und Mayas, deren klassische Stätten wir während unserer Reise besuchen sollten. So informiert ging es gleich am Folgetag nach Teotihuacán (Náhuatl: „Platz, an dem man zum Gott wird“), nur unweit von Mexiko City entfernt. Die Pyramidenanlage wurde erst 1864 ausgegraben, bis dahin war sie ganz mit Erde bedeckt. Das Klettern auf die Pyramiden brachte in der Höhenlage von über 2200 Metern das Herz ganz schön zum rasen. Danach ging unsere Reise weiter nach Morelia und Patzcuaro. Beides sind wunderschöne historische Orte mit beeindruckender Kolonialarchitektur. Über Tlaquepaque, einem romantischen Kolonialstädtchen führte uns die nächste Etappe in die zweitgrößte Stadt Mexikos, nach Guadalajara, der Heimat der Mariachis, der Folkloremusik und der traditionellen Handarbeit.
Dann endlich ging es nach Mazatlán zum Gran Maraton Pacifico. Auf der Fahrt dorthin nutzen wir aber noch rasch die Gelegenheit für einen kurzen Abstecher nach Tequila, um dort eine Probe von Mezcal, einem Agaven-Brand, zu versuchen, der in der Umgebung der Stadt Tequila aus dem Herzen der blauen Agave gewonnen wird. Mazatlán erreichten wir am Nachmittag, so dass noch ausreichend Zeit war, für einen Besuch der Marathonmesse. Die Laufwettbewerbe verteilten sich auf zwei Tage: Samstags der 5 und 10 km Lauf mit jeweils rund 1500 Teilnehmern, am Sonntag Halbmarathon mit 3000 und Marathon mit etwas über 500 Teilnehmern. In Summe mit rund 6500 Teilnehmern also schon eine größere Veranstaltung. Der Marathon bietet was für’s Auge. Nicht nur die abwechslungsreiche Laufstrecke, die insgesamt drei Wendepunkte hat und zwischen km 22 und 34 direkt entlang der Pazifikküste verläuft, ist äußerst reizvoll, es sind auch die vielen netten Mädchen, die sehr zahlreich an den Ständen auf der Marathonmesse, der Startnummernausgabe, als Cheerleader oder auch nur hübsch aufgereiht zu finden sind. Und kommt man mit dem Fotoapparat, stellen sie sich sofort in Pose und wenden sich nicht ab, wie die z.B. in den Orten um San Cristobal de Las Casas beheimateten Nachfahren von Indianern. Diese sehen in uns vermutlich die ungeliebten Amerikaner, die Gringos (abgeleitet von „Green go“ bezogen auf die grüne Uniform der US-Armee).
Bis auf einige Mängel bei der Startnummernausgabe war die Veranstaltung sehr professionell organisiert. Medaille und T-Shirt gab es gegen Rückgabe des Chips. Dabei fiel auf, das es neben den zahlreichen Shirts mit rosaroten Ärmelansätzen auch einige wenige mit schwarzen gab. Beim späteren Vergleich stellte sich heraus, dass die rosaroten bei gleicher Größe wesentlich kleiner ausfielen, wohl spezielle Damenmodelle waren. Doch dabei wurde bei der Ausgabe nicht geachtet, zumal die Herrenmodelle auch zu wenig waren.Während wir uns auf den Marathon vorbereiteten und anschließend am Strand erholten, wurde im Hintergrund nach einem Alternativprogramm für Oaxaca gearbeitet. Schien man anfangs noch am ursprünglich geplanten Programm festhalten zu wollen, wurde schließlich zu unserer Sicherheit  Veracruz als nächster Etappenort festgelegt. Der Flug nach Oaxaca war damit gestrichen, statt dessen setzten wir nach dem Rückflug nach Mexiko-City die Reise per Bus fort. Drei Kurzreisende hatten uns leider in Mexiko-City verlassen, so dass uns die örtliche Reiseagentur einen kleineren Bus zur Verfügung stellte, weitaus weniger komfortabel mit klappernden Fensterscheiben, undichtem Dach und geringerer Geschwindigkeit und dies, wo lange Busfahrten vor uns standen. Nach sechs Stunden erreichten wir am Abend die Hafenstadt Veracruz. Als kleine Entschädigung für unsere Strapazen bekamen wir das Abendessen im Hotel auf Kosten der Reiseleitung. Später genossen wir den Abend im Freien in einem Straßenlokal bei einigen Gläschen Bier und beobachteten die zahlreichen Händler, die versuchten, ihre Havanna-Zigarren, Handarbeiten oder nachgemachte Rolex-Uhren zu verkaufen und hörten die Klänge der vorbeiziehenden Straßenmusikanten, die für ein paar Pesos ihr Ständchen gaben. Um den Reiseverlauf wie geplant fortsetzen zu können, stand nun eine lange Busetappe bevor, unterbrochen nur von zwei Toilettenpausen und einem kurzen Stop auf dem Standstreifen der Autobahn. Bei uns undenkbar, aber gerade hier bot sich die Gelegenheit, sich kurz mit den Fackelläufern zu unterhalten, die uns auf allen Straßen während unserer Reise alle paar Kilometer begegneten. Sie pilgern alljährlich im Dezember zur Wallfahrtsstätte der Jungfrau von Guadeloupe, ca. 6 km vom Zócalo, dem Stadtzentrum Mexiko-Citys entfernt. Genau 12 Stunden nach unserer Abfahrt trafen wir in dem kleinen Örtchen Chiapa de Corzo ein. Auf der langen Fahrt hatte unser mexikanischer Reiseleiter Juan, der in der zweiten Woche Heike abgelöst hat, viel über sich und seinen Aufenthalt in Deutschland erzählt. Er war während seines Studiums zum Schifffahrtskaufmann in den 80-er Jahren längere Zeit in Deutschland gewesen. Trotzdem war diese Tagesetappe nicht gerade eine Erholung, aber nur so konnten wir den nächsten Etappenort San Cristobal de Las Casas am Folgetag gut erreichen. Eine über zweistündige Bootsfahrt auf dem Canon del Sumidero war dabei eine willkommene Abwechslung und entschädigte für den strapaziösen Vortag. Die weiteren Tage waren dann geprägt von Besichtigungen von Tempelanlagen und Ausgrabungsstätten, wie sie hier zahlreich vorkommen. Wir sahen Palenque, Labna, Sayil, Uxmal, Chichén Itzá und Tulum. Abends bummelten wir bei sommerlichen Temperaturen durch die weihnachtlich geschmückten Städte Campeche und Merida, die mit Prozessionen, Tanzaufführungen und Straßenmusikanten sehr lebhaft waren. In Cancun schließlich endete diese unvergessliche Reise, deren Verlauf wegen des Abstechers zum Marathon nach Mazatlán und der „Umleitung“ nach Veracruz in dieser Form wohl einmalig war.


Was tun mit den Resturlaubstagen, die bis Ende März genommen werden müssen? Beim Blick in den Marathonkalender stoße ich auf den Los Angeles Marathon am 4.03. Nicht ideal dieser Termin, aber mal seh’n, was ein Flug dorthin kostet. Nur 420 Euro ab Stuttgart! Etwas weiter unten im Kalender finde ich den Catalina Marathon. Wo liegt denn das? Santa Catalina ist eine Insel in der Nähe von Los Angeles. Der Kaugummifabrikbesitzer William Wrigley jr.  hatte die Insel 1919 erworben. 1975 übernahm die Santa Catalina Island Conservancy 86% der zum größten Teil unbewohnten Insel, um sie für die zukünftigen Generationen zu erhalten. Daher kann der größte Teil der Insel nur zu Fuß oder, gegen Bezahlung einer Erlaubnis, auch mit dem Fahrrad erkundet werden. Somit ein idealer Ort für einen Marathon, der am 17. März bereits zum 30. Mal ausgetragen wurde. Für mich passt der Termin bestens und bei dem günstigen Flugpreis stelle ich mir Mitte Februar die Reise im Internet zusammen. Man kann zwar auf Catalina Island übernachten, doch die bessere Variante erschien mir, in Los Angeles ein Hotel zu buchen und zwar im Ortsteil Marina Del Rey, einem künstlich geschaffenen Jachthafen unweit von Santa Monica- und Venice Beach. Bei frühlingshaftem, nachmittags fast sommerlichem Wetter, boten sich hier ideale Bedingungen für einen Trainingslauf. Von Marina Del Rey aus gibt es speziell für die Marathonteilnehmer um 4:15 Uhr ein Schnellboot, das die Läufer in gut einer Stunde nach Two Harbors, dem Startplatz des Marathons bringt. Das Boot legt pünktlich ab, denn es will vor dem Boot aus Avalon, das 500 Läufer vom Zielort Avalon aus zum Start bringt, in Two Harbors sein.



Der Start ist um 7:00 Uhr und der Himmel ist noch wolkenverhangen. Die Strecke ist bergig und schon nach wenigen hundert Metern geht es die erste lange Steigung hinauf. Noch laufen die meisten, aber schon bei der nächsten Steigung gehen viele. Wir sind jetzt mitten in den Wolken drin und die Sicht beträgt manchmal keine 100 Meter. Es geht nur rauf und runter, wie auf einer Achterbahn, aber dieser reine Landschaftsmarathon auf  Naturwegen macht Spaß. Nach 2:23 Stunden passiere ich die Halbmarathonmarke. Ab jetzt wird das Profil flacher. Man kann bis nach Meile 17 (Kilometerangaben gibt es nicht) jetzt sehr gut laufen, auch wenn es immer leicht ansteigt. Inzwischen zeigt sich die Sonne, es wird aber noch nicht warm, insgesamt beste Laufbedingungen. Bis Meile 18 gehe ich wieder ein Stück. Ich fühle mich noch frisch und nehme ab jetzt auch die restlichen Steigungen im Laufschritt. Bei Meile 22 erreichen wir mit über 480 Metern den höchsten Punkt der Strecke. Ab hier geht es jetzt nur noch bergab, zum Teil sehr kräftig, bis zum Ziel in Avalon auf  Meereshöhe. Eigentlich hatte ich auf der schweren Strecke, deren Höhenmeter sich bis auf rund 1300 Meter addieren mit einer Zeit um die 5 Stunden gerechnet, aber ich erreiche, trotz zahlreicher Foto- und Videostopps, das Ziel schon nach 4:32:35 ohne hinterher allzu kaputt zu sein und ohne jeglichen Muskelkater am Tag danach. Für nur 76 Euro Flugkosten habe ich dann noch einen Abstecher nach Las Vegas gemacht, das mit 30°C für diese Jahreszeit Rekordtemperaturen bescherte.

www.pacificsportsllc.com/CatalinaMarathon/athlete.htm



Den Höhepunkt der Saison 2007 bildete für mich die Ecuador Reise. Diese Reise bestand im wesentlichen aus drei Abschnitten.
Zunächst ging es nach Guayaquil mit dem 3. Guayaquil Marathon, dann auf eine kleine Kreuzfahrt zwischen den Galapagos Inseln und zuletzt in das Hochland mit der Hauptstadt Quito auf 2.850 Metern Höhe.
Am 4. Oktober flogen wir über Madrid nach Guayaquil, der mit 2,6 Millionen Einwohnern größten Stadt Ecuadors, die damit ungefähr doppelt so viele Einwohner hat, wie die Hauptstadt Quito. Galt Guayaquil neben Quito bis vor wenigen Jahren noch als gefährliches Pflaster, hat sich die Hafenstadt am Rio Guayas inzwischen mächtig herausgeputzt. Die Uferpromenade Malecón 2000 lädt mit zahlreichen kleinen Lokalen zum Schlendern ein. Integriert ist eine Einkaufspassage mit zum Teil sehr schicken Läden. Auch ein botanischer Garten, wo es in allen Farben blüht, ist an diese Promenade angegliedert. Auch für die Kinder wurde einiges getan. Neben Spielplätzen gibt es eine kleine Bahn und man kann kleine Kähne in einem Teich fernsteuern. Der Malecón 2000 endet mit einem Imax Kino. Große Freiflächen bieten genügend Platz für verschiedene Veranstaltungen. Geht man weiter sieht man vor sich die Hügelkuppe Cerro Santa Ana. Zum Leuchtturm ganz oben auf der Hügelkuppe führen über 400 Treppenstufen, jede einzeln nummeriert, durch das restaurierte Barrio Las Penas, das mit seinen bunt bemalten Holzbauten koloniales Ambiente bewahrt, in dem die Stadt ihren kolonialen Ursprung hat. Vom Leuchtturm aus genießt man einen herrlichen Ausblick über die Hafenstadt.
Für unsere Verhältnisse ist Ecuador preiswert. Wenn überhaupt irgendwo Eintrittsgelder verlangt werden, fallen diese sehr gering aus. Ein Abendessen bekommt man für ungefähr 5-6 USD, ein Bier oft schon für 1 USD. Von großem Vorteil dabei ist, dass Ecuador keine eigene Währung hat, sondern vor einigen Jahren den US-Dollar als Zahlungsmittel eingeführt hat.
Am Vorabend des Marathons lädt der Veranstalter zu einer Pastaparty in das Restaurant Granchef ein. Das reichhaltige Büffet lässt fast keine Wünsche offen und ist auf jeden Fall empfehlenswert. Auch zwei junge Damen setzen sich zu uns an den Tisch. Ich habe den Eindruck, dass es schnelle Frauen sind und tatsächlich sitzt mir mit Sandra Ruales eine Läuferin gegenüber, die am olympischen Marathon in Athen teilgenommen hat. Sie wird den Guayaquil Marathon als 2. Frau in 2:50:24 beenden.
Der Marathon startet bereits um 5:00 Uhr morgens am „Puente 5 de Junio“ und führt zunächst auf der „Av. 9 de octubre“ in einer Schleife durch das Zentrum, vorbei am Malecón und dann durch einen Tunnel in den Stadtteil Atarazana. Nach dem Wendepunkt geht es durch einen weiteren Tunnel zurück. Ich war froh, wieder an der frischen Luft zu sein, denn in den Tunnels war die Luft sehr stickig. Nach 10 Kilometern kommt das Feld wieder am Start vorbei. Die 10 km Läufer sind nun am Ziel. Inzwischen ist es hell geworden, aber es ist bedeckt und wird es zum Glück auch während des ganzen Marathons so bleiben. Die Temperaturen pendeln sich um die 21°C ein und es ist gar nicht schwül, wie es laut Reiseführer zu befürchten war. Gleich danach der erste Brückenanstieg auf den zweiten Streckenabschnitt durch die Stadtteile Ferroviara und Bellavista. Ca. einen Kilometer vor dem Wendepunkt kurz nach km 16  laufen wir vorbei am Fußballstadion des Heimatvereins S.C. Barcelona. Am Ende dieses Streckenteils passieren wir wieder die Startlinie. Die Halbmarathondistanz ist nun bewältigt. Für uns Marathonis folgt nun der 3. Abschnitt. Auf der Av. Carlos Julio Arosemena geht mir aber schon bei km 23 die Luft aus. Ist es der Kreislauf, die frühe Startzeit oder das vernachlässigte Training? Ich mache eine längere Gehpause, bis ich bei km 29 wieder versuche in den Laufrhythmus zu kommen. Tatsächlich läuft es jetzt immer besser und so kann ich Boden gutmachen. Wendepunkt kurz nach km 30 und dann vorbei am Templo Mormon im Stadtteil Urdesa Norte. Durch die Stadtteile Kennedy und Urdesa geht es jetzt wieder zurück und dem Ziel entgegen. Bisher war die Strecke im wesentlichen autofrei, doch das hintere Feld hat jetzt ein wenig mit dem Verkehr zu kämpfen. Er ist keine große Behinderung und dennoch lenkt er mich derart ab, dass ich mich bei km 41 verlaufe, nach rechts abbiege, anstatt geradeaus weiter zu laufen. Doch zufällig blicke ich zurück und werde durch eine Läuferin auf meinen Fehler aufmerksam gemacht. Nur wenige Sekunden hat das gekostet, nicht weiter schlimm. Im Ziel hält die Uhr bei 4:45:09, einer Zeit, mit der ich dann doch sehr zufrieden war.
Tags drauf fliegen wir mit der Aerolineas Galapagos nach Baltra und werden von dort aus per Shuttlebus zu den Kreuzfahrtyachten gebracht, wo bereits ein Schlauchboot auf uns wartet und uns zu unserer Yacht bringt, die für die kommenden Tage unser Zuhause ist. Nun erleben wir die Vielfalt der Flora und Fauna dieser fremden Welt der Leguane und Riesenschildkröten. Letzteren verdanken die Inseln übrigens ihren Namen (spanisch: galápago = Schildkröte). Wir landen an verschiedenen Inseln an. Die Tiere lassen sich durch uns nicht stören und können daher in Ruhe und aus nächster Nähe beobachtet werden. Beeindruckende Erlebnisse. Auf der Insel Santa Cruz hat sich mit der Ortschaft Puerto Ayora ein kleines Touristenzentrum entwickelt mit Hotels, zahlreichen Restaurants, Bars und Souvenirläden. So etwas hatte ich hier nicht erwartet und es gibt sogar ernsthafte Pläne, hier im Februar 2009 einen Marathonlauf durchzuführen. Wir besuchen die Darwin Station, wo die Riesenschildkröten aufgezogen werden, um diese dadurch vor dem Aussterben zu retten. Anschließend können wir diese außer in Zoos nur auf Galapagos anzutreffenden Riesen so zu sagen auf freier Wildbahn beobachten, wobei das Ganze dennoch ein Park ist und die Tiere daher keine unbegrenzte Freiheit genießen.  
Der dritte Teil dieser Reise führt zunächst in die Hauptstadt  Quito, die mit 2.850 Metern schon recht hoch gelegen ist. Mit Kopfschmerzen wache ich daher am ersten Morgen auf. Nehmt alle eine Tablette Aspirin, rät uns der lokale Reiseleiter. Tatsächlich ließ sich damit die Höhe sehr gut aushalten. Unser Hotel lag im Vergnügungsviertel Mariscal mit seinen zahlreichen Lokalen. Die Altstadt, die älteste der südamerikanischen Hauptstädte, mit über 100 Kirchen, 55 Klöstern, Bürgerhäusern, Straßen und Plätzen hat wie keine andere Aussehen und Ambiente einer Kolonialstadt bewahrt. Vom Panicello aus, einem kleinen Hügel im Zentrum der Stadt, auf der eine riesige Engelsstatue errichtet wurde, genießt man eine gute Aussicht auf die Stadt und die umliegenden Berge. Noch höher kommt man mit der Seilbahn Telerifiqo auf den 4.100 Meter hoch gelegenen Guagua Pichincha. Etwa 45 Autominuten nördlich von Quito befindet sich das Äquatordenkmal. Hier teilt der Äquator das Land in die südliche und nördliche Halbkugel. Der Äquator, der dem Land Ecuador seinen Namen gab, ist nicht einfach nur der Breitengrad 0, sondern er hat tatsächlich mehrere verblüffende Eigenschaften, die dort auch demonstriert werden. So ist es fast unmöglich, direkt auf der Äquatorlinie mit geschlossenen Augen auf gerader Linie zu laufen, der Gleichgewichtssinn wird hier getäuscht. Auch der Abfluss des Wassers aus einem Becken zeigt hier keine Drehrichtung, während nur knapp zwei Meter rechts oder links das Wasser im bzw. gegen den Uhrzeiger dreht. Auch gelingt es mit wenig Mühe, ein Ei zum stehen zu bringen. Verblüffende Experimente.
Wir erleben am Samstag den Markttag in Otavalo, gut 100 km von Quito entfernt. Hier kann man neben zahlreichem Krimskrams, T-Shirts, Ponchos, Hüten, Webteppichen oder goldfarbenen Schmuckketten auch Gewürze und Obst, sowie Fleisch kaufen oder gleich an Ort und Stelle verzehren. Wir besuchen auch eine Wohnung einer einheimischen Familie. Fast überall werden Meerschweinchen gehalten, die hier als Delikatesse bekannt sind.
Wir übernachten in der Hacienda Pinsaqui, unweit von Otavalo. In dieser 1790 erbauten Hacienda hat schon Simon Bolivar genächtigt. Die großen Zimmer mit zum Teil Kaminfeuer und rustikalen Türen mit riesigen Schlüsseln versetzen einen in eine andere Zeit. Eine Wanderung an der Lagune Cuicocha „Meerschweinchensee“ auf rund 3.200 Metern runden diese Erlebnisreise ab. Sie ist zwar angesichts der Höhe recht anstrengend, bietet aber einen interessanten Einblick in die Flora, die auch auf dieser Höhe noch recht umfangreich ist.   

www.dm3.com

Meine Bildberichte auf den Seiten des 100 Marathon Club:

13.05.2007: Pisa Marathon Italien
17.06.2007: Jahrtausendmarathon Fürth
08.07.2007: Jubiläumsmarathon Eselsburger-Tal-Lauf Herbrechtingen
22.07.2007: Hornisgrinde Marathon Bühlertal
26.08.2007: Allgäu-Panorama Marathon Sonthofen
16.09.2007: Baden Marathon Karlsruhe 
11.11.2007: Maratona Città di Livorno 
09.03.2008: Bienwald Marathon Kandel
30.03.2008: Bratislava Marathon Slowakei 
13.04.2008: St. Wendel Marathon 
20.04.2008: Zürich Marathon Schweiz 
27.04.2008: Ditzingen Lebenslauf 
15.05.2008: Rügenbrücken Marathon Stralsund 
07.06.2008: Fellbacher 6/12 Stundenlauf 
29.06.2008: Gletschermarathon Imst Österreich 
13.07.2008: Ermstal Marathon Metzingen 
24.08.2008: Koberstädter Wald Marathon Egelsbach 
07.09.2008: 5 Stunden Schienenlauf Braunschweig 
19.10.2008: Bottwartal Marathon Großbottwar 
26.10.2008: Venedig Marathon Italien 
22.11.2008: Stellenbosch Marathon Südafrika 
28.03.2009: Lohne Marathon Rund um den Motorpark 
19.04.2009: Nordschwarzwald Marathon Egenhausen 
03.05.2009: Neolithic Marathon Stonehenge England 
28.06.2009: Ostsee Marathon Probstei Schönberg 
04.07.2009: 24 Stunden Lauf für Kinderrechte Stuttgart-Degerloch 
19.07.2009: Hornisgrinde Marathon Bühlertal 
30.08.2009: Koberstädter Wald Marathon Egelsbach 
13.09.2009: Moskau Marathon Russland 
18.10.2009: Bottwartal Marathon Großbottwar 
14.11.2009: Zeil am Main 
07.03.2010: Runtalya Marathon Antalya Türkei 
14.03.2010: Bienwald Marathon Kandel 
28.03.2010: Freiburg Marathon 
25.04.2010: Ditzinger Lebenslauf 
16.05.2010: Trollinger Marathon Heilbronn 
05.06.2010: Stockholm Marathon Schweden 
11.07.2010: Ermstal Marathon Metzingen 
18.07.2010: Hornisgrinde Marathon Bühlertal
25.07.2010: Königsschlösser Romantik Marathon Füssen  
29.08.2010: Koberstädter Wald Marathon Egelsbach
12.09.2010: Marathon rund um Rannungen
17.10.2010: Bottwartal Marathon Großbottwar
31.10.2010: Frankfurt Marathon
13.03.2011: Bienwald Marathon Kandel
19.03.2011: Würzburger Gedächtnislauf 
17.04.2011: Ditzinger Lebenslauf   
15.05.2011: Knast Marathon Darmstadt  
07.08.2011: Friedensmarathon Augsburg
28.08.2011: Koberstädter Wald Marathon Egelsbach
18.09.2011: Karlsruhe Marathon 
16.10.2011: Salzkammergut Marathon Bad Ischl 
11.03.2012: Bienwald Marathon Kandel
31.03.2012: Saaletal Marathon Ramsthal
07.04.2012: Hemsbacher Ostermarathon
26.08.2012: Siegener Marathon mit Musik
07.09.2012: Transeurope Footrace Day 20
16.09.2012: Einstein Marathon Ulm
14.10.2012: Bottwartal Marathon Steinheim/Murr
10.03.2013: Bienwald Marathon Kandel
18.05.2013: Schaichtal Marathon Walddorfhäslach
01.06.2013: Schefflenzer Ultra Billigheim
31.08.2013: Silbersee Marathon Bobenheim-Roxheim
29.09.2013: Berlin Marathon
27.10.2013: Trail Marathon Heidelberg
30.03.2014: Weinstraßen Marathon Bockenheim
24.05.2014: Schwäbisch Gmünd 6 Stunden
31.08.2014: Koberstädter Wald Marathon Egelsbach
06.09.2014: Silbersee Marathon Bobenheim-Roxheim
08.03.2015: Bienwald Marathon Kandel
29.03.2015: Freiburg Marathon
06.06.2015: Schefflenzer Ultra Billigheim Allfeld
20.06.2015: Bad Wildbad Trailmarathon
31.10.2015: Stuttgart Neckarufer Marathon


 
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